Niemand wartet mehr auf Informationen oder sucht wichtige Daten, alles ist zentral gespeichert. Auch der Aussendienst hat jederzeit alle Details zur Hand
Andy Keller, Senior Vice President Sales Tourism & Sport,
Elvia Reiseversicherungs-Gesellschaft
Die Elvia Reiseversicherungs-Gesellschaft, führender Anbieter von Reiseversicherungen und professionellen Assistance-Dienstleistungen in der Schweiz, erfuhr in den vergangenen Jahren ein kräftiges Wachstum. Die hieraus resultierende Datenflut überforderte das technisch veraltete Aussendiensttool, das zudem nicht mit dem Backoffice-System vernetzt war. Daher entschloss sich Elvia, ein unternehmensweit einheitliches Kundenbeziehungsmanagement einzuführen und entschied sich für die CRM-Suite von Microsoft®. Die heute eingesetzte Version Microsoft Dynamics CRM® integriert sich nahtlos in Microsoft® Office™ 2003 und Microsoft® Office™ Outlook® 2003. Bei Elvia genügte ein Tag intensiver Schulung, um die Mitarbeiter mit dem neuen Microsoft Dynamics CRM vertraut zu machen. Seither bearbeiten sie alle kundenbezogenen Prozesse in gewohnter Outlook-Umgebung. Per Mausklick stehen ihnen zudem die vollständigen Historien sowie geplante Aktionen zur Verfügung. Die Mitarbeiter sind deutlich rascher und besser informiert als zuvor. Die somit geplante Produktivitätssteigerung wurde auch für die Aussendienstmitarbeiter sichergestellt: Deren Notebooks werden über Office Outlook 2003 synchronisiert und dabei mit den aktuellen CRM-Daten versorgt.
Kundenprofil
Elvia ist ein schnell wachsendes Unternehmen der weltweit operierenden Mondial Assistance Group, einer Tochtergesellschaft der Allianz in München, mit einer führenden Marktstellung in Reiseversicherungen und professionellen Assistance-Dienstleistungen. Zu den Kunden von Elvia zählen Reiseveranstalter, Reisebüros, Autoimporteure und Pannendienste sowie Versicherungsgesellschaften, Finanzinstitute und Detailhandelsunternehmen.
Ausgangssituation
Im Januar 2006 befreite die Elvia Reiseversicherungs-
Gesellschaft ein Auto mithilfe eines
Helikopters aus meterhohen Schneemassen.
Eine Lawine hatte das Fahrzeug in der Silvesternacht
mitgerissen und verschüttet. Die
spektakuläre Bergungsaktion ist eine der Assistance-
Dienstleistungen, die das Unternehmen
in der Schweiz für 25 Automobilhersteller erbringt.
Die Pannenhilfe zählt, wie der Concièrge-
Service und die Personen-Assistance-
Lösungen für Krankenkassen, zu den neueren
Geschäftsfeldern von Elvia. Reisen und Gepäckstücke
versichert die Gesellschaft hingegen
schon seit 1950. Heute sind mehr als 3,5
Millionen Personen bei der Elvia versichert. Der
Kontakt zu den Kunden – Reisebüros und
Touroperators – ist eng, die Leistungen werden
exakt auf deren Angebot zugeschnitten.
Die Erschliessung neuer Geschäftsfelder und
das schnelle Wachstum der Versicherungsgesellschaft
brachten jedoch ein Problem mit
sich: Das bereits 1995 für die Gesellschaft entwickelte
Elvia Aussendienst System (EAS) war
mit den Daten von mittlerweile über 4000
Geschäftspartnern absolut überfordert und
konnte die neuen Distributionskanäle nicht
abbilden. EAS war „ein reines Planungs- und
Rapportierungstool für den Aussendienst“, erzählt
Andy Keller, Senior Vice President Tourismus
und Sport der Elvia Reiseversicherungs-
Gesellschaft, und „technisch hoffnungslos veraltet“.
Darüber hinaus stand der IT-Dienstleister,
der es entwickelt hatte, nicht mehr mit
seinen Diensten zur Verfügung.
„Unser Aussendienst hatte keinen direkten
Zugriff auf die Kundendaten in unserem
Backoffice-System, eine AS-400 von IBM“,
fährt Keller fort. „Wir konnten zudem Daten,
Rapporte, E-Mails und Notizen nicht zentral
speichern. Jeder legte diese wertvollen Informationen
irgendwo auf einem Server oder auf
seinem Arbeitsplatzrechner beziehungsweise
Notebook ab. Innendienst, Leistungs-, Finanzabteilung
und Aussendienst arbeiteten
nicht vernetzt miteinander. Die Pipeline-Planung
war nur rudimentär und kumuliert über
Microsoft® Office™ Excel® möglich, und Berichte
stellte ich per Hand zusammen. Es war
an der Zeit, ein unternehmensweit einheitliches
Kundenbeziehungsmanagement einzuführen.“
Elvia ging systematisch vor, legte die Ziele fest,
die Anforderungen und das Budget. Mehrere
Lösungen wurden evaluiert, zwei Anbieter
zur Präsentation gebeten. Die Cybersystems
GmbH überzeugte die Elvia-Geschäftsleitung
mit ihrem Vorschlag, Microsoft Business
Solutions–CRM® 1.2 für das Kundenbeziehungsmanagement
einzuführen, den Vorläufer
der heute im Unternehmen verwendeten
Version Microsoft Dynamics CRM .
Resultate
Die Projektpartner begannen Anfang 2005
mit ihrer Kooperation. „Eine hervorragende
Zusammenarbeit“, betont Keller. Der
Microsoft Certified Partner Cybersystems
brachte viel Erfahrung mit erfolgreich abgeschlossenen
CRM-Projekten ein und setzte
auch bei Elvia auf sein bewährtes mehrstufiges
Konzept, wie Geschäftsführer Urs Graf erläutert:
„Sukzessive und in kurzen Zeiträumen
werden mehr Mitarbeiter mit dem CRM ausgestattet,
von der neuen Anwendung betroffene
Geschäftsprozesse eingebunden und
Ressourcen integriert. Mit jedem Schritt spüren
die Anwender deutliche Verbesserungen.“
In der Pilotphase erhielten Andy Keller, der ITLeiter
sowie die fünf Aussendienstmitarbeiter
von Kellers Abteilung Tourismus und Sport Zugriff auf Microsoft CRM 1.2. Cybersystems
richtete das System im ersten Schritt für das
Management von Firmenkontakten, Kunden
und Aktivitäten ein. Zeitgleich begann Elvia
mit einem zweiten IT-Projekt und virtualisierte
die Infrastruktur. Hierbei werden mehrere
virtuelle Systeme gleichzeitig auf einer physischen
Serverhardware betrieben und verwaltet
– so sind weniger Geräte nötig, Platzbedarf
und Administrationsaufwand sinken. Zudem
steigt die Skalierbarkeit durch die bessere Auslastung
der Ressourcen. Nach Abschluss der
Servervirtualisierung startete Cybersystems die
zweite Projektphase: Microsoft Dynamics CRM
wurde bei den Pilotanwendern sowie bei
den Abteilungen New Business, Ski und Marketing
installiert. Das EAS hatte Andy Keller bereits
zu Beginn der Pilotphase am 20. Mai 2005
abschalten lassen. Damit verhinderte er, dass
zwei Systeme parallel genutzt wurden.
Lösung
Microsoft Dynamics CRM hat laut Keller die
Produktivität der Mitarbeiter bereits in der ersten
Einführungsphase gesteigert: „Natürlich ist
die Datenpflege aufwendiger. Doch im Zuge
der Implementierung straffen wir unsere Prozesse,
und die neuen Werkzeuge verbessern
die Kommunikation der Abteilungen. Dort
wartet niemand mehr auf Informationen oder
sucht wichtige Daten. Es bleibt mehr Zeit für
die Kundenbetreuung.“
Die Mitarbeiter konnten rasch mit der Lösung
umgehen. Ein Grund dafür: die optimale Integration
in Microsoft Office Outlook. Microsoft
Dynamics CRM wird über eine Werkzeugleiste
in Outlook geöffnet und entspricht optisch der
benutzerfreundlichen Oberfläche. „Die Anwender
arbeiten in gewohnter Umgebung“,
erklärt Graf. „Sie haben keine Berührungsängste.
Das ist wichtig: Mit der Akzeptanz steht und
fällt der Erfolg jeder CRM-Einführung.“ Entsprechend
hält sich auch der Schulungsaufwand
in Grenzen: „Jeder Mitarbeiter, der mit
Microsoft Dynamics CRM arbeitet, bekommt
von Cybersystems eine ganztägige Intensivschulung.
Dann wird er ins kalte Wasser geworfen.
Das klappt sehr gut. Da der E-Mail-
Support über mich läuft, bekomme ich viele
begeisterte Nachrichten“, erzählt Keller. Im
Büro oder zu Hause wird die Lösung über das
Internet genutzt. Die Mitarbeiter im Aussendienst
aktualisieren die CRM-Daten auf ihren
Notebooks per Outlook-Synchronisierung. So
sind sie auch offline, das heisst unabhängig
von Internetverbindungen, optimal informiert.
Einen weiteren Vorzug sieht Senior Vice President
Keller in der funktionalen Bandbreite
des Kundenmanagement-Systems: „Sobald das
CRM-System mit allen Ausbaustufen unternehmensweit
eingeführt ist, werden unsere
Mitarbeiter durchgängig in allen Phasen der
Kundenbeziehung unterstützt, vom Marketing
über den Verkauf und Kundenservice bis zur
Buchhaltung.“ Zudem laufen alle Prozesse auf
einer zentralen Oberfläche: Planung, Rapportierung,
Kundendaten, Auswertungen, Materialbestellungen,
Pipeline. Telefon, Fax und EMail
können eingebunden werden. „Vor allem
wird die Lösung unsere derzeitigen Distributionskanäle
Tourismus, Sport, Krankenkassen,
Versicherungen, Verkehrsvereine, Hotels, Banken,
Bahnen et cetera abdecken“, freut sich
Keller. Kommen neue Kanäle hinzu, kann
Microsoft Dynamics CRM aufgrund des modularen
Aufbaus jederzeit problemlos erweitert
werden.
„Distributionskanäle, Abteilungen, Teams und
einzelne Mitarbeiter sind dann wesentlich besser
und schneller informiert“, resümiert Andy
Keller. „Wenn zum Beispiel der Kundendienst
sieht, dass das Marketing eine Direct-Mail-Aktion
oder eine E-Mail-Kampagne fährt, disponiert
er frühzeitig mehr Personal, um trotz höherer
Anrufzahlen keinen Interessenten warten
zu lassen. Oder der Aussendienst vermerkt
im Besuchsbericht, dass ein Reisebüro 20 Kataloge
bestellt. Er synchronisiert abends im
Hotel mit Outlook, und der Kundendienst verschickt
das Paket – da ist der Kollege noch
nicht von seiner Tour zurück.“ In Kürze wird der
Informationsfluss wieder ein Stück breiter:
Cybersystems wird das Vertriebsmanagement von Microsoft Dynamics CRM für Elvia einrichten.
Dann werden Keller umfassende Berichtsmöglichkeiten
für die Planung, Steuerung
und Auswertung der Geschäftsaktivitäten zur
Verfügung stehen.
Konkrete Einsparungsdaten wurden bislang
nicht erhoben: „Erstens sind wir noch nicht fertig,
zweitens braucht es Zeit, bis sich alle an die
neuen Arbeitsweisen gewöhnt haben. Aber wir
sehen, dass die CRM-Suite jeden effizient bei
seinen Aufgaben unterstützt.“ Um diesen Effekt
noch zu verstärken, soll die betagte AS-
400, bislang noch Datenlieferantin für das
CRM, noch in diesem Jahr durch ein Warenwirtschaftssystem
von SAP ersetzt werden. „Elvia“,
so Keller, „setzt die Optimierung aller kundenbezogenen
Arbeitsabläufe fort.“